Sonntag, 23. August 2020
2010
Der ESC 2010 fand zum dritten Mal in Norwegen statt, Austragungsort war am 25., 27. und 29, Mai zum zweiten Mal Oslo. Erstmals seit 1999 führten wieder drei Moderatoren durch den Abend. Georgien kehrte nach einjähriger Pause zum ESC zurück, dafür gab es gleich vier Absagen: Andorra verzichtete, nachdem es bei sechs Teilnahmen nie das Finale erreicht hatte, auch Ungarn, Montenegro und Tschechien waren in den Vorjahren wenig erfolgreich, zudem spielten auch finanzielle Aspekte eine Rolle. So nahmen 2010 nur 39 Länder am ESC teil.

Deutschland führte ein völlig neues System bei seiner Vorentscheidung ein: In Zusammenarbeit mit dem Privatsender Pro7 wurden in acht Einzelsendungen zunächst 20 zuvor unbekannte Interpreten vorgestellt, von denen nach jeder Sendung einige hinausgewählt wurden, sodass bei der Finalrunde noch zwei Teilnehmer übrig blieben. Diese stellten jeweils drei Lieder vor, die auch bei beiden identisch sein konnten. Am Ende entschied sich das Publikum für Lena Meyer-Landrut, die sich auch schon in den Vorrunden als Favoritin herauskristallisiert hatte. Ihr Lied „Satellite“ konnte auch den internationalen Wettbewerb gewinnen.



Erstmals schied ein schwedischer Beitrag im Halbfinale aus, und auch das von Pierre Kartner (‚Vader Abraham‘) geschriebene niederländische Lied konnte sich nicht für das Finale qualifizieren.
In einigen Internetforen wurde zuvor „Horehronie“ aus der Slowakei hoch gewettet, landete aber im ersten Halbfinale an vorletzter Stelle.



Die Siegerin des ESC 1993, Niamh Kavanagh, erreichte im Finale nur Platz 23, nur einen Platz besser schnitt Moldau ab. Diese wurde von der Gruppe Sunstroke Project vertreten, bei der insbesondere der Saxofonist (‚Epic Sax Guy‘) für Aufsehen sorgte. Die Interpreten traten 2017 wesentlich erfolgreicher noch einmal für ihr Land an.

Während des spanischen Beitrags kam es zu einem Zwischenfall: Dem ‚Flitzer‘ Jimmy Jump gelang es, auf die Bühne zu gelangen und sich in die Choreographie einzureihen. Erst nach etwa 20 Sekunden wurde er von Sicherheitskräften entfernt; Spanien durfte sein Lied am Ende des Starterfeldes noch einmal, diesmal ungestört, aufführen.



Die Rockband maNga aus der Türkei konnte mit „We could be the same“ Platz 2 erringen.



Der französische Beitrag „Allez, Olla, Olé“, gesungen von Jessy Matador, kam später im Jahr noch als offizieller Fußball-WM-Song der dortigen Nationalmannschaft zu Ehren. Beim ESC belegte er Platz 12.



Für Rumänien kamen Paula Seling & Ovi mit „Playing with fire“ auf Platz 3.



Seit 2004 wählen die vor Ort anwesenden Pressevertreter, Künstler und Komponisten beim sogenannten ‚Marcel-Bezençon-Preis“ vor dem eigentlichen Contest jeweils ihren Favoriten. 2010 waren sich alle drei Gruppen einig und entschieden sich für den israelischen Beitrag „Milim“, gesungen von Harel Skaat.



Um die Pause während der Wertungen zu überbrücken, führte das norwegische Duo Madcon eine verlängerte Version des Liedes „Glow“ auf, zu dem zahlreiche Tänzer in vielen verschiedenen europäischen Ländern einen Flashmob darboten.



Im Gegensatz zum Vorjahr waren die Jurys auch in den Halbfinalrunden voll stimmberechtigt, sodass sich dort jeweils die ersten 10 für das Finale qualifizierten; bei der Abstimmung im Finale gab es keine Änderung. Wieder waren sich die Zuschauer und die Juroren beim Sieger einig, große Unterschiede gab es wieder beim Lied aus Frankreich, das diesmal vom Televoting auf Platz 8, von den Jurys aber nur auf Platz 22 gewählt wurde.

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